Archiv für den Monat: September 2015

Muschert und Gierse beginnt den Neubau

Küntrop – Vergessen ist der Großbrand bei Muschert und Gierse noch lange nicht. In der Nacht des 9. November 2014 schlugen die Flammen in den Küntroper Himmel – ein Feuer, das große Teile der Produktionsanlagen am Küntroper Firmenstandort in Schutt und Asche legte.

Zwar versteckt sich der Ort des Geschehens derzeit hinter einem informativen Banner, das Unternehmen richtet den Blick aber wieder nach vorne. Auf einer freien Baufläche im Anschluss an den bestehenden Gebäudekomplex an der Hönnestraße lassen die ersten Stahlbeton-Fertigteile erahnen, dass sich die Situation bei Muschert und Gierse in absehbarer Zeit wieder normalisieren wird – eine Steigerung der Effizienz scheint nicht ausgeschlossen. Denn: Der Neubau erfüllt modernste Ansprüche, nicht nur was den Brandschutz angeht, Produktion und Verwaltung werden ein neues Zuhause bekommen, das optimierte Abläufe gewährleistet.

Im Rahmen eines Empfangs anlässlich des Baubeginns des Neubaus am Samstag erinnerte Gert Middendorf, Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens, die vielen Besucher an den verheerenden Brand, aber auch an beispiellose Hilfsbereitschaft und das Engagement der Feuerwehr. 350 Einsatzkräfte aus dem gesamten Märkischen Kreis sind während des Einsatzes an ihre Grenzen gegangen, benachbarte Unternehmen stellten Infrastruktur zur Verfügung und unterstützten, wo es nur ging. Gert Middendorf und seiner Familie war die Dankbarkeit anzusehen. Ein wichtiger Baustein im Muschert-und-Gierse-Getriebe ist Dr. Olaf Scheffler, der technische Leiter ist laut Middendorf maßgeblich am reibungslosen Ablauf beteiligt.

Im Anschluss an die Eröffnunsgrede griff die Familie Middendorf gemeinsam mit Dr. Olaf Scheffler für den offiziellen ersten Spatenstich zu den Werkzeugen. Tatsächlich waren die Ausmaße des Bauvorhabens bereits im Hintergrund ersichtlich.

Rund 30 Beton-Fertigteile sind bereits zusammengefügt, 440 werden bis zur geplanten Fertigstellung noch folgen. Ein Teil der Produktion soll im zweiten Quartal 2016 wieder laufen. 6000 Quadratmeter bebaut Muschert und Gierse an der Hönnestraße. „Immer wieder ein tolles Gefühl, wenn ich hier auf dieser Riesenbaustelle sehe und feststelle, es stehen schon wieder ein paar Betonpinne“, meinte Gert Middendorf.

Baubeginn Neubau

Baubeginn Neubau – ein Meilenstein seit dem Großbrand im November vergangenen Jahres. Ein kurzer Rückblick: am Abend des 09.11.2014 wurden durch einen technischen Defekt 80% der Produktionsanlagen der Neuenrader Firma Muschert + Gierse (Spezialist für Oberflächentechnik) zerstört. Die Genehmigung zum Neubau nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) wurde Ende Juni erteilt. Seither ist das Unternehmen voll mit dem Neubau beschäftigt.

Nach monatelanger Planung und schließlich Vergabe an die Ecoplan Industrie- und Wohnungsbau als Generalunternehmen läuft alles auf Hochtouren. Das Gelände hinter den nicht abgebrannten Hallen von Muschert + Gierse ist eine einzige Riesenbaustelle. Hier entsteht gerade eine Produktionshalle mit insgesamt 3 Hallenschiffen und einem sich daran anschließenden Verwaltungsgebäude. Der gesamte Hallenkomplex misst 145 x 50 m – in Summe werden 108.000 m³ umbauter Raum entstehen. Allein für die Gründung mussten 1.000 Rüttelstopfsäulen mit einer Tiefe von bis zu 9 m gebohrt werden. Von den insgesamt 470 Stahlbeton-Fertigteilen stehen bereits knapp 30 Stück. Die erste Brandschutzwand ist somit fast fertiggestellt. 100 Stahlbeton-Stützen und 52 Stahlbetonbinder mit einem Einzelgewicht zwischen 15-27 Tonnen werden für die Halle benötigt.
„Unsere Firma wird ihren Schwerpunkt nicht mehr am Beginn der Hönnestraße haben, sondern sich deutlich nach hinten verlagern,“ so Geschäftsführer und Inhaber Gert Middendorf. „Heute möchten wir uns vor allen Dingen nochmals bei der Feuerwehr für den beispiellosen Einsatz in der Brandnacht und den folgenden Tagen bedanken. Wir möchten unseren besonderen Dank aber auch gegenüber unseren Mitarbeitern und nochmals persönlich gegenüber unseren Firmennachbarn aussprechen, die uns mit Räumlichkeiten, technischer Infrastruktur, Parkplätzen und sogar selbstgebackenem Kuchen unterstützt haben. Diese pragmatische Hilfe ist nicht selbstverständlich. Wir wissen das sehr zu schätzen,“ so Middendorf weiter.
Bis Ende des Jahres sollen die Gebäude fertiggestellt sein. Ab November beginnt Muschert + Gierse mit dem Aufbau der bereits bestellten Anlagen, so dass ein Teil der Produktion im 2. Quartal 2016 wieder ans Laufen kommt. „Auch die Inbetriebnahme solch großer Anlagen ist äußerst interessant. Anlagen, die in unserer Branche zum Einsatz kommen, benötigen eine gewisse Hochlaufzeit, in der Abläufe optimiert werden müssen. Eine Aufgabe, der wir uns gern stellen – die umfangreichen Investitionen der vergangenen Jahre haben uns viel gelehrt, so dass wir mit Anlagenanläufen bestens vertraut sind,“ erklärt Dr. Olaf Scheffler, technischer Leiter von Muschert + Gierse.

Kontakt:
Muschert + Gierse Oberflächensysteme
Hönnestr. 36, 58809 Neuerade – Tel. 02394-617-0 – Fax: 02394-617-410
Ansprechpartnerin: Iris Middendorf – Tel. 0170-935 2763 – iris.middendorf@muschert-gierse.de